Die Verlobung von Maria und Daniel

Unsere Verlobung am Gillamoosmontag 07.09.2009

aus der Sicht des Bräutigams:

Gut drei Wochen vorher habe ich mir an einem regnerischen Montag Mittag, nachdem ich wieder mal am Schmuckgeschäft bei mir am Büro vorbeigelaufen bin, ein Herz gefasst und hab mich nach einem Verlobungsring umgeschaut. Ich dachte mir, ich geh rein, kauf nen Ring und gut ist es.

Aber denkste: Den Ring, den ich Maria schenken wollte, gab es nicht.Die Anfertigung würde 3 Wochen dauern. ...3 Wochen, also genau zum Gillamoos... Uuuuuiiiiii... das musste ein Zeichen sein... Früher habe ich zum Spass gesagt, ich würde der Maria, wenn dann, mal auf dem Gillamoos einen Antrag machen und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass mich das Schicksal jetzt herausfordert. Mir wurde schlecht ;-) und gleichzeitig habe ich mich riesig gefreut.

Nun hatte ich 3 Wochen Zeit mir Gedanken zu machen wie ich denn diesen Moment gestalten könnte... Die 1. Möglichkeit war, ich würde der Maria im Weinzelt, vor vollem Haus, um Mitternacht auf der Bühne mit Micro den Antrag machen. Ich hatte den Ring bereits in meiner Lederhose, aber irgendwie hatte nie der Moment so richtig gepasst und zudem hatte ich das Gefühl als ob einige Leute mein Vorhaben rausgefunden hatten und nur auf diesen Moment gewartet hätten. Also Möglichkeit 1 war nix.

Möglichkeit 2: Ich hatte am Sonntag Abend auf dem Gillamoos wieder den Ring in der Hosentasche dabei und wenn der passende Moment da sein würde, würde ich SIE einfach fragen. Diesmal so ganz allein. Ich wollte den Platz vorm Softeisstand nutzen , dort haben wir uns vor 12 Jahren das 1.Mal geküsst. Das wär perfekt. Es lebe die Romantik :-). Gedacht, getan. Zu späterer Stunde bin ich mit Maria eine Runde auf dem Gillamoos spazieren gegangen. Ziel: unauffällig den Softeisstand erreichen. Ziel auch erreicht. Aaaaaaber, es war total kalt und das Fahrgeschäft hinter uns produzierte zusätzlich noch eine Menge kalten Wind in unsere Richtung. Also Romantik kaputt und Maria wollte so schnell wie möglich wieder in ein Zelt. Super, 2. Möglichkeit auch hinfällig, sh....t.

Morgen war der Gillamoos-Montag. Der letzte Tag. Irgendwie brauchte ich jetzt Möglichkeit Nummer 3. Die gab es aber noch nicht. Ich hab die ganze Nacht im Bett gegrübelt. Und es war gut so...

Maria fuhr am Morgen nach Kelheim zum Arbeiten. Ich bin ins Büro und hab 7 Din A4-Seiten mit unseren Jahreszahlen von 1997 bis 2009 mit einem großen Herz darüber ausgedruckt und zusammen geklebt. Die Seiten habe ich dann zu Hause unter der Couch versteckt. Am Abend wollten wir nochmal auf den Gillamoos. Maria war bereits fertig und hat im Auto auf mich gewartet. Ich bin eingestiegen und losgefahren. Jetzt konnte die Show beginnen .

Kaum losgefahren, hab ich gesagt, dass ich mein Handy vergessen hab. Also umgekehrt und wieder heim. Zu Hause angekommen. Maria blieb nichts ahnend im Auto sitzen. Ich rein ins Haus: Schampus aus dem Kühlschrank raus und mit Gläsern in der Küche aufgestellt, die Din A4 Seiten unter der Couch vorgeholt und an die Wand geklebt (hängen heut noch da), Robbie Williams "Angels" (unser Lied) aufgelegt und den Ring in meine Hosentasche gesteckt. Mein Herz pochte wie wild. Gott, war ich aufgeregt. "Lass dir nix anmerken", tief durchgeatmet.

Also bin ich ganz locker raus zu Maria ans Auto und meinte:"Süße, weißt du eigentlich was du angestellt hast?" Sie war etwas verwundert und meinte dann, ob sie vielleicht das Bügeleisen wieder nicht ausgemacht hätte... Ich sagte nur: "Geh mal mit und schau doch selber". Sie wirkte sehr verdutzt. Wir gingen beide ins Haus und dann in die Küche, SIE vor mir (Gott war ich aufgeregt). Als sie in der Küchentür stand, die Jahrezahlen und den Champagner sah, zuckte sie für einen Moment zusammen und begriff scheinbar, dass gleich was ganz besonderes passieren könnte. Angels lief ganz leise im Hintergrund. Wir drehten uns zueinander und ich brachte erstmal keinen Ton raus. Das ist einer dieser unbeschreiblichen großen Momente, den ich mein Leben lang nicht vergessen werde. Ich schaute in Ihre Augen, dankte ihr für die wunderbaren Jahre bisher und fragte sie auf Knien mit dem Ring in Händen, ob SIE meine Frau werden will.

Und ja, "SIE will". Ich weiß nicht wie lange wir Arm in Arm mit Freudentränen in den Augen dort gestanden sind. Es war wunderschön.

Danach war natürlich klar. Ab zum Gillamoos und feiern, feiern, feiern.  

Und die 3. Möglichkeit war also die beste. Was ist die Moral von der Geschichte: Die spontanen Einfälle sind oft die besten.

Das Brautpaar