Aus einem Zeitungsartikel: "Hochzeit ohne Kirche"
Heike und Thomas aus Velbert hatten sich entschieden, zuerst einmal füreinander und für's Heiraten. Aber der juristische Akt im Standesamt war den beiden ehemaligen Katholiken zu wenig. "Wir sind gläubig, aber nicht im kirchlichen Sinne," sagt Thomas.
Die Beiden gingen auf die Suche nach "ihrem" Event, einer Zeremonie anlässlich ihrer Hochzeit.
Im Internet wurden sie fündig: Regina Bollinger aus Mülheim, für die Velberter sozusagen um die Ecke, bietet Zeremonien an. Die studierte evangelische Theologin ist selbständig, arbeitet auch als freie Autorin und sieht ihren Service nicht als Konkurrenz zur Kirche, sondern als Ergänzung: "Menschen, die aus der Kirche ausgetreten sind, haben ihren Glauben nicht aufgegeben. Er hat sich nur verändert. Die persönliche Zeremonie ist eine Ausdrucksform davon."
Aber auch Nichtgläubige oder spirituelle
Menschen, die ein Ritual suchen, sind hier richtig, egal ob es um Hochzeiten, Trauerfeiern oder andere Anlässe geht. "So lange ich es mit mir selbst vereinbaren kann, sind den Wünschen fast keine Grenzen gesetzt, aber meist geht es um ganz verständliche Freiheiten bei Musik, besonderen Texten oder Orten," sagt Regina Bollinger. "Die Zeremonie hat aber keine juristische oder kirchliche Bewandtnis. Es gibt danach kein Blatt Papier mit einem Stempel. Die Zeremonie hat die Bedeutung, die die Menschen ihr geben. Das Eigentliche spielt sich in den Herzen und Köpfen ab."
Für Heike war es auch wichtig, die Zeremonie mit gestalten zu können, über Texte, Musik und Abläufe uneingeschränkt mit zu entscheiden. "Wir wollten unter freiem Himmel, im Kreis unserer Familien und Freunde, direkt im Park des Hotels heiraten, wo wir danach auch gefeiert haben."
Zwei Mal haben sie sich getroffen, um die Zeremonie gemeinsam zu planen. Gegen Ende wurde das Paar auch etwas nervös.
"Das kenne ich," so Bollinger."Darum ist es eine meiner Aufgaben, den Überblick zu behalten und sicher durch die Zeremonie zu führen."
Und dann klappte alles wie am Schnürchen: Die Sonne schien, die Brautleute strahlten. Und selbst die Skeptiker unter den Gästen waren hinterher überzeugt. Bollinger: "Ich verstehe die anfänglichen Vorbehalte gut, denn man muss ja erst mal seine Erfahrungen damit machen. Freie Trauerredner, das kennt man hier schon. Aber auch die freien Hochzeits-Zeremonien werden sich etablieren." Wer mehr wissen will über Zeremonien oder die Mülheimerin, die auch Bücher schreibt:
www.regina-bollinger.de